Ravior, Anna Katharina - Stolpersteine in Lahnstein

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Ravior, Anna Katharina

Euthanasie-Opfer
 
 



Anna Katharina Ravior

Anna Katharina wurde am 13.01.1892 in Niederlahnstein als fünftes Kind des Kutschers Johann Georg Ravior und seiner Frau Margarethe geboren.

Nach dem Tod der Eltern lebte sie weiterhin in ihrem Elternhaus Im Flürchen (heute Hausnummer  5).

 
 
 
  • Der Vater starb bereits 1893.

  • Die Mutter starb 1924.

  • Ein Bruder fiel im Ersten Weltkrieg.

  • Eine Schwester starb im Kindesalter.


Diese vier Todesfälle in der Familie werden Anna wohl traumatisiert haben. Sie wirkte nach außen daher sehr verschlossen (wohl weil sie sich in sich zurück zog) und begann den Haushalt zu vernachlässigen. Schließlich ließ sie sich deswegen 1926 für einige Wochen in Waldbreitbach psychisch behandeln.

Am 01.04.1928 wurde sie als „geisteskrank" in die Pflegeanstalt Hattenheim/ Eichberg eingewiesen.

Es folgten mehrere Verlegungen, u.a. nach Höhr, Niederelbert und Hadamar.

Auf Nachfrage wurde ihrem Vormund mitgeteilt, dass „nach Art und Dauer mit einer Heilung oder Besserung nicht zu rechnen ist. Fräulein Ravior bedarf auch weiterhin der Anstaltspflege."

Am 27.01.1937 wurde sie in die Landesheilanstalt Weilmünster „überführt".

Schließlich wurde sie am 23.03.1945 wieder in die Landesheilanstalt Hadamar verlegt, wo ihr Tod am 4. Juni 1945 beurkundet wurde. In der Todesmeldung ist aufgeführt: Marasmus mit Herzschwäche bei Schizophrenie".

Auch wenn Anna erst kurz nach Kriegsende starb, war ihr Tod mit größter Wahrscheinlichkeit eine Folge der unmenschlichen Behandlung und Versorgung.  

Für Anna Katharina Ravior wurde am 22.08.2014 vor dem Anwesen Im Flürchen 5 ein Stolperstein verlegt.


Peter Auras spielt und singt ein passendes Lied
von links: Gunter Demnig - Ferdi Müller, Vorsitzender der KF St. Barbara - Gemeindereferent Dietmar Wittenstein

Ferdi Müller, Vorsitzender der KF St. Barbara,
porträtiert Anna Katharina Ravior

 
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