Mainzer, Emil + Julie - Stolpersteine in Lahnstein

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Mainzer, Emil + Julie

Juden


Emil und Julie Mainzer

(Details siehe Personenbogen Emil und Personenbogen Julie)

Im Haus Johannesstraße 3, heute Standort der Gaststätte „Baareschesser" und zuvor Metzgerei Simonis, befand sich in den 1930er Jahren die Metzgerei Mainzer.

Emil, geboren am 16.09.1882 in Nievern, und seine Frau Julie geb. Loeb, geboren am 13.07.1883 in Weinsheim, hatten drei Töchter: Antoinette (Antonie, Toni) (*1909), Elly (*1912) und Anna (*1915).

Am 01.05.1911 zog die Familie von Nievern nach Niederlahnstein, Brückenstraße 13. Zunächst führten sie ihre Metzgerei dort und wechselten 1926 in die Johannesstraße heutige Nr. 3.

Ab 1933 mussten sie – wie alle jüdischen Geschäfte – einen Davidstern am Schaufenster anbringen und sich auch Nazi-Parolen („Kauft nicht bei Juden" u.ä.) am Schaufenster gefallen lassen. Als Emil im Juni 1933 über eine SS-Kolonne die unbedachte Bemerkung „Donnerwetter, da müsste `ne Bombe reinhauen..." machte, wurde er vom Schöffengericht Wiesbaden wegen schwerer Beleidigung der SS-Leute zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Es hätte für die Familie fast den wirtschaftlichen Ruin bedeutet.

1938 gab die Familie auf Druck der „Judenaktion" Geschäft und Wohnung auf.

Während sich die beiden älteren Töchter im April 1935 in den Brüderhof bei Tangstedt Nähe Hamburg abmeldeten, zog die jüngste Tochter im Mai 1938 nach Leipzig.

Die Eltern meldeten sich im Juli 1938 nach Düsseldorf um. Aber auch dort entkamen sie den Nazi-Häschern nicht.

Von Düsseldorf wurde das Ehepaar Mainzer Ende 1941 in das Arbeits- und Vernichtungslager Minsk in Weißrussland deportiert und dort zu einem unbekannten Zeitpunkt ermordet.

Die Kinder meldeten sich nach dem Zweiten Weltkrieg aus Tel Aviv. Sie hatten den Holocaust überlebt.

Für das Ehepaar Mainzer wurden die Stolpersteine am 31.08.2013 vor dem Haus Johannesstraße 3 verlegt.



Stadtarchivar Bernd Geil spricht zum Porträt des Ehepaars Mainzer.




Peter Auras singt und spielt ein passendes Lied.




Ferdi Müller, Vorsitzender der KF St. Barbara, zum Porträt des Ehepaars Mainzer.

 
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