Levi, Paul - Stolpersteine in Lahnstein

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Levi, Paul

Juden
 
 

Paul Levi  (Details siehe Personenbogen)

Der Kaufmann Siegmund Levi und seine Frau Laura geb. Markus zogen am 04.03.1902 mit ihren Söhnen Julius (03.06.1900–22.12.1903) und Hans (*15.07.1901) nach Niederlahnstein und eröffneten in der Johannesstraße 5 ein Gemischt- und Kurzwarengeschäft. Wegen der allgemein schlechten Wirtschaftslage mussten sie ihren Laden 1930 aufgeben. In der Zwischenzeit waren ihnen drei weitere Kinder geboren worden: Emmy (*15.03.1903), Hilde (*09.11.1906) und Paul (*25.08.1910). Beide Jungen waren - wohl infolge eines Gendefekts - taubstumm. Siegmund Levi arbeitete bis zu seinem Tod 1928 bei den Didier-Werken. Seine Frau Laura litt an Diabetes und wurde bis zu ihrem Tod 1935 von ihren noch in Lahnstein wohnenden Kindern gepflegt.

Sohn Paul (*25.08.1910 in Niederlahnstein), der jüngste Sohn besuchte 1918-1926 eine Schule für Gehörlose in Camberg/Taunus und  machte nach der Schule eine Ausbildung als Schreiner und Bildhauer.

In der Reichpogromnacht (08./09.11.1938) versteckte er sich im Schuppen der Familie Landsbergs, in der er Möbelstücke bearbeitete, die die Landsbergs mit nach Amerika nehmen wollten. Er wurde entdeckt, verhaftet und nach Dachau deportiert.

Seine Schwester Hilde Emmel schrieb ihm eine Postkarte mit der Adresse des Onkels in Holland. Daraufhin wurde Paul freigelassen.

Ab 1941 wurde er - wie auch seine Schwester Hilde - in Friedrichssegen im Tagschacht inhaftiert und musste Zwangsarbeit leisten.

Am 24.01.1942  heiratete er in Augsburg die – ebenfalls taubstumme - jüdische Schneiderin Erna. Da er jedoch zwangsverpflichtet war, durfte er nicht nach Augsburg ziehen, sondern musste sofort nach der Hochzeit in Augsburg in den Tagschacht zurückkehren.

1942 wurde Paul nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.


Für Paul Levi wurde am 31.08.2013 vor dem Haus Johannesstraße 5 ein Stolperstein verlegt.

Maylin Amann porträtiert einen der Levi-Brüder.


Ein Zeitzeuge berichtet von dem problemlosen und harmonischen Miteinander mit der Famiie Levi.


Auch Oberbürgermeister Peter Labonte ist vom Schicksal der ehemaligen jüdischen Mitbürger bewegt.


Friedrich Felgenheier (in heller Jacke rechts), der Initiator der Stolperstein-Aktion bei der KF St. Barbara, spricht in bewegenden Worten über die Familie Levi.

 
 
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