Kirchberger, Otto - Stolpersteine in Lahnstein

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Kirchberger, Otto

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Otto Kirchberger
(Details siehe Personenbogen)

Der Handelsvertreter Otto Kirchberger, wurde am 23.06.1867 als sechstes und jüngstes Kind des Essigsieders Josua Kirchberger und seiner Frau Henriette geb. Davis in Niederlahnstein geboren.

 

1913 hatte er sich taufen lassen. Entgegen Bestimmungen der Nürnberger Rassegesetze von 1935 fühlte er sich nicht der jüdischen Religionsgemeinschaft noch gar Rasse zugehörig. Konsequent ignorierte er alle Verfügungen von Staat und NSDAP, die auf eine völlige Isolierung und Entrechtung der Juden zielten. In seinem Schreiben an städtische und staatliche Behörden ließ er den seit August 1938 für männliche Juden vorgeschriebenen zweiten Vornamen „Israel" weg. Auch trug er keinen Judenstern, wie seit 01.09.1941 vorgeschrieben.

Um den für die Ausstellung eines Testaments erforderlichen Taufschein zu erhalten, schrieb er im Oktober 1941 an die evangelische Gemeinde in Wiesbaden-Biebrich, wo er die Taufe empfangen hatte. In seinem Brief bat er, auf diesem Taufschein die Formel der Abstammung nicht zu vermerken.

Statt seiner Bitte zu entsprechen, zeigte ihn der dortige Pfarrer bei der Gestapo an, die ihn im Januar 1942 verhaftete.

Otto Kirchberger wurde am 09.06.1942 durch das Landgericht Wiesbaden wegen Bestechung und Vergehen gegen die NS-Judengesetze zu 2 Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Er starb am 19.11.1942 im Gefängnis Frankfurt-Preungesheim, in dem der 75-jährige Greis trotz erwiesener Haftunfähigkeit seine Strafe absitzen musste.

Vor dem Anwesen Emser Straße 23, seinem letzten freiwilligen Wohnort, wurde am 07.07.2012 ein Stolperstein für Otto Kirchberger verlegt.

Emser Straße 23

Bernhard Kilbinger, stv. Vorsitzender der Kolpingfamilie St. Barbara, porträtiert Otto Kirchberger und Johann Faust

 
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