Heimbach, Anna - Stolpersteine in Lahnstein

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Heimbach, Anna

Euthanasie-Opfer
 
 




Anna Heimbach

Anna wurde am 28. Juni 1881 in Niederlahnstein als sechstes von neun Kindern geboren. Sie lebte mit ihren Eltern, dem Schlosser Joseph Heimbach und dessen Frau Maria Elisabeth, in der Sophiengasse, auch nach dem Tod der Mutter 1888, als ihr Vater erneut heiratete. Der Vater starb 1910, die Stiefmutter Katharina 1923. Danach zog Anna Maria zu ihrem Bruder in die Becherhöll.

 

Am 24.01.1928 wurde sie ins St. Valentinus-Haus in Kiedrich eingewiesen, am 14.08.1939 nach Idstein verlegt.

Die Landesheilanstalt Hadamar teilte am 18.03.1941 mit, dass Anna „auf Grund ministerieller Anordnung gemäß Weisung des Reichsverteidigungskommissars in die hiesige Anstalt eingewiesen wurde, aber bereits wegen Mangel an Betten weitertransportiert werden musste."

 

Die Landes-Heil- und Pflegeanstalt Sonnenstein (in der ehemaligen Festung Schloss Sonnenstein bei Pirna in Sachsen) teilte den Angehörigen am 3.4.1941 schriftlich mit, dass die Patientin am 03.04.1941 „plötzlich infolge Hirnschlag verstorben ist".

„Aufgrund von behördlichen Anordnungen, die mit Kriegsmaßnahmen in Verbindung stehen, wurde seitens der hiesigen Ortspolizeibehörde gemäß §22 der Verordnung zur Bekämpfung übertragbarer Krankheiten die sofortige Einäscherung sowie Desinfektion des Nachlasses verfügt, um eine Verschleppung und den Ausbruch übertragbarer Krankheiten zu verhindern".


Damit wurde begründet, weshalb keine Einverständniserklärung der Angehörigen benötigt wurde, die auf Wunsch die Urne zugesandt bekommen.

Ferner wurde mitgeteilt, dass der Nachlass „in erster Linie als Pfand für den Kostenträger der Anstaltsunterbringung" dient.


Da der Schwager daraufhin die Urne und den Wertnachlass (Broschen und Ohrring) anforderte, wurde diese ihm zugesandt. Auf den sonstigen Sachnachlass wurde zugunsten der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) verzichtet.

Für Anna Heimbach wurde am 22.08.2014 vor dem Anwesen Becherhöll 23 ein Stolperstein verlegt.

 
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